Wir sind in Nürnberg auf dem Messegelände, Halle 1, Standplatz B14, Stand der "Christ*innen in der DFG-VK": Motto KIRCHE UND MILITÄR - DIE ZUSAMMENARBEIT BEENDEN! Donnerstag, 8. Juni 2023 –  10.30 bis 18.30 Uhr |  Freitag, 9. Juni 2023 –  10.30 bis 18.30 Uhr  |  Samstag, 10. Juni 2023 –  10.30 bis 18.30 Uhr. Außerdem protestieren wir am Freitag, 9. Juni 2023, von 10 bis 11 Uhr vor der Kirche Sankt Leonhard (Schwabacher Straße) gegen das Militär-Kirchentags-Gottesdienst.


OFFENER BRIEF GEGEN DIE STARKE BUNDESWEHR-PRÄSENZ AUF DEM KIRCHENTAG 2023 IN NÜRNBERG!

Wir befürchten, dass die Bundeswehr auf dem Kirchentag in Nürnberg 2023 wieder Werbung machen darf. Es geht um die starke Präsenz der Bundeswehr. Es geht um Image- und Sympathie-Werbung. Es geht um Lobbyarbeit und Kontaktpflege.

Die aktuelle Krise der Kirche ist auch eine Chance. Die Kirche könnte sich erinnern: Am Anfang stand Jesus Christus, der Friedefürst. Er hat militärische Gewalt abgelehnt. Ebenso lehnten die Christen und Christinnen der drei ersten Jahrhunderte militärische Gewalt ab.

Krieg ist unvorstellbar grausam. Militärische Gewalt zerstört Menschen, Familien, Dörfer und Städte. Das Militär verbraucht viele Ressourcen, die bei wichtigen Menschheitsprojekten (Klima, Gesundheit, Bildung) fehlen. Deshalb hat Militär-Werbung auf dem Kirchentag 2023 in Nürnberg nichts zu suchen!

Unsere Forderungen

  1. Beenden Sie die unselige Tradition, dass am Begrüßungsabend (Abend der Begegnung) die Bundeswehr-Bigband spielt!
  2. Beenden Sie die unselige Tradition der Kirchentags-Militärgottesdienste! Gemeint sind jene Gottesdienste, bei denen Militärpolizei den Eingang bewacht, ein Militärmusikkorps spielt, mehrere Militärgeistliche auftreten und hohe Bundeswehr-Vertreter:innen teilnehmen.
  3. Beenden Sie die unselige Tradition, dass Bundeswehr-Vertreter:innen im Rahmen von Podiumsdiskussionen ausführlich für Aufrüstung und Auslandseinsätze werben dürfen!
  4. Beenden Sie die unselige Tradition, dass die Bundeswehr auf dem „Markt der Möglichkeiten“ Lobby- und Kontaktarbeit betreiben darf! Es geht um mehrere Stände der Militärseelsorge, die großenteils von der Bundeswehr organisiert und bezahlt werden.

Wichtig: Unser Protest richtet sich nicht gegen Personen, auch nicht gegen Soldat:innen als Privatpersonen, sondern gegen einen Missstand. Wir unterscheiden zwischen Person und Sache.


Kleiner Skandal am Rande: Die Leitung des "Marktes der Möglichkeiten" isst bei ihren Sitzungen Plätzchen, die sie von der MILITÄRSEELSORGE geschenkt bekommt. Das ist Bestechung. Wie Esau sein Erbe für ein Teller Linsensuppe eingetauscht hat, so ähnlich verkauft die Kirchentagsleitung ihre friedenspolitische Tradition für Plätzchen. 1. Buch Mose, Kapitel 25, die Verse 29 bis 34.