18.01.2019 11:19

Protest gegen Militärgottesdienst im Kölner Dom am 17. Januar 2019

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Fotogalerie: Protest gegen Militärgottesdienst im Kölner Dom am 17. Januar 2019

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Der Diözesanvorstand von Pax Christi im Erzbistum Köln rief zum Protest gegen den Internationalen Soldatengottesdienst auf, der am 17. Januar 2019 im Kölner Dom anlässlich des Weltfriedenstages am 1. Januar stattgefunden hat. Es folgt die Erklärung vom 16.1.2019 im Wortlaut: Eine gute Politik im Dienste des Friedens basiert auf aktiver Gewaltfreiheit. Pax Christi wendet sich gegen den internationalen Soldatengottesdienst als zentrale Veranstaltung zum Weltfriedenstag. Auch in diesem Jahr findet wieder ein internationaler Soldatengottesdienst des Militärdekanats Köln mit Kardinal Woelki im Dom statt. Dieser geschieht, wie jedes Jahr, anlässlich des vom Papst ausgerufenen Weltfriedenstages 2019, bei dem der Papst in seinem Schreiben „Gute Politik steht im Dienste des Friedens“ sein „Nein zum Krieg und zur Strategie der Angst“ ausdrückt. Schon mehrfach haben wir darauf hingewiesen, dass der Soldatengottesdienst aus Anlass des Weltfriedenstages das Militärische und damit den möglichen Einsatz von Gewalt einseitig hervorhebt. Erinnernd an den 1. Weltkrieg betont Papst Franziskus, dass nämlich Frieden sich niemals auf das bloße Gleichgewicht der Kräfte und der Angst beschränken kann. Den anderen zu bedrohen bedeutet, ihn zum bloßen Objekt zu machen und ihm seine Würde abzusprechen. Aus diesem Grund bekräftigen wir, dass die Eskalation von Einschüchterung wie auch die unkontrollierte Verbreitung von Waffen gegen die Moral und das Bemühen um wirkliche Eintracht verstoßen. Ein wachsender Rüstungsetat, die Beibehaltung der atomaren Abschreckung auf deutschen Boden und die Gefahr eines erneuten Rüstungswettlaufs stehen dem diamentral gegenüber. Weiter heißt es in der päpstlichen Botschaft: Der Terror gegen die Schwächsten trägt dazubei, dass ganze Bevölkerungsgruppen auf der Suche nach Orten des Friedens ins Exil gehen. Nicht tragbar sind politische Diskurse, welche die Migranten aller Übel beschuldigen und den Armen die Hoffnung nehmen. Stattdessen muss betont werden, dass der Frieden auf der Achtung jedes Menschen unabhängig von seiner Geschichte, auf der Achtung des Gesetzes und des Gemeinwohls sowie der uns anvertrauten Schöpfung und des reichen sittlichenErbes früherer Generationen beruht. Auch auf der Grundlage dieser Worte lehnen wir die einseitige Betonung des Militärischen zur Konfliktlösung ab und wünschen uns stattdessen, dass die aktive Gewaltfreiheit, die Vertrauensbildung und eine Strategie zur Überwindung der Angst bei den Gottesdiensten zum Weltfriedenstag stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Der internationale Soldatengottesdienst anlässlich des Weltfriedenstages am 17. Januar 2019 im Kölner Dom vermittelt in seiner Form vornehmlich die militärische Konfliktbearbeitung. Wir wenden uns entschieden gegen das Bild von einer Kirche, welches durch das teilweise uniformierte Auftreten militärischer Einheiten vor und im Dom entsteht und rufen zum Protest dagegen auf. Als Christen in der katholischen Friedensbewegung pax christi setzen wir der militärischen Konfliktbearbeitung ein Friedensverständnis entgegen, das gewaltfreien Konfliktlösungen und zivilgesellschaftlichem Engagement entschiedenen Vorrang gibt, um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Friedliche Mittel wirken letztlich nachhaltiger als jegliche Gewaltanwendung. Wir plädieren daher für einen allgemeinen Friedensgottesdienst bei dem sich alle Christen, angeregt durch die Botschaft des Papstes, vertreten fühlen. Die katholischen Verbände in Köln feiern ihren Weltfriedensgottesdienst am 18. Januar 2019 um 18:00 Uhr in der Minoritenkirche, Kolpingplatz in Köln. Nähere Infos siehe auf der homepage von pax christi Köln.