03.09.2018 10:51

Unser Protest auf dem "Deutschen Pfarrertag" in Augsburg, 17-19. September 2018

Protest mit Demo-Schildern am Mo, 17.09.2018, 15.30-17.00 Uhr vor dem Eingang der St-Anna-Kirche.  Ebenso 17.30 - 18.45 Uhr vor dem Rathaus. Ebenso 19-20 Uhr vor dem Kongresszentrum, Gögginger Str. 10. Dortselbst auch am Di, 18.09.2018, vormittags und EVENTUELL abends.

Unsere Forderung: "Kirche und Militär - Die Zusammenarbeit beenden! - Augsburger Bekenntnis, Art. 16, revidieren!"

Jesus Christus hat Waffengewalt abgelehnt. Im Zusammenhang mit seiner Reich-Gottes-Botschaft hat er Gewaltlosigkeit gelehrt. Wir sind dazu berufen, in seiner Nachfolge und in seinem Geist zu leben. Das hat praktische Folgen - für uns selbst, unsere Gemeinden und Kirchen:
1. Die Kirchen sollten ihren Mitgliedern empfehlen, nicht in Rüstungsfirmen und nicht beim Militär zu arbeiten! Diese Empfehlung gibt es bisher nicht. (Gemeint sind vor allem die Leitungsgremien der EKD-Gliedkirchen und der römisch-katholischen Kirche.)
2. Es gibt ungefähr 100 Militärkonzerte pro Jahr in Kirchen. Diese Konzerte sind eine „Brücke“ zwischen Bundeswehr und Bevölkerung. Aber das Wort Kirche bedeutet ursprünglich „Haus des Herrn“. Das heißt, in der Kirche gibt es einen „Hausherrn“, und zwar Jesus Christus. Zu ihm passen keine Militärkonzerte!
3. Es gibt noch immer Bekenntnisse und Lehren, die Militäreinsätze rechtfertigen: das Augsburger Bekenntnis, die Zwei-Schwerter-Lehre, die Zwei-Reiche-Lehre, die Dilemma-Theorie und die (militärisch verstandene) Lehre von der Schutzverantwortung. Diese Lehren sollten überprüft und revidiert werden.
4. Immer wieder werden kirchliche Projekte (z.B. Renovierung von Gebäuden) durch örtliche Rüstungsfirmen gesponsert. Die Kirchengemeinden sollten diese Praxis beenden!
5. Falls sich Rüstungsfirmen im Bereich einer Kirchengemeinde befinden, sollten die betreffenden Gemeinden nicht die Augen davor verschließen, sondern Fragen stellen.
6. Die Kirchen sollten gewaltlose Methoden und Projekte der zivilen Verteidigung (ZFD, PBI, NP, CPT, BSV) personell und finanziell besser fördern.
7. Der Anteil an Kirchensteuern, der den Einnahmen aus Rüstungsfirmen entspricht, sollte in Friedensprojekte investiert werden!
8. Die Kirchen sollten von der Bundeswehr fordern, dass keine Kreuze auf Panzern, Kriegsschiffen und Militärflugzeugen angebracht werden sollen.
9. Die Militärseelsorge wird von der Bundeswehr organisiert und bezahlt. Es gibt in Deutschland etwa 200 Militärgeistliche. Sie sind Bundesbeamte, werden von der Bundeswehr bezahlt, benützen Fahrzeuge der Bundeswehr, haben ihre Büros in Kasernen und tragen im Ausland militärische Kleidung. Das färbt unwillkürlich auf die Militär-Geistlichen ab. Deshalb fordern wir: Soldatenseelsorge in kirchliche Hand, von der Kirche organisiert und bezahlt, nach dem Vorbild der evangelischen Kirchen in der DDR (bis 1989).
10. Die Kirchen sollten sich in ihrem Verhältnis zum Militär wieder mehr an Jesus Christus und an den ersten 2-3 Jahrhunderten der Kirche orientieren.

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