Eine Volkskirche auf dem Weg zur Friedenskirche? - Die Friedensdiskussion in der Evangelischen Landeskirche in Baden

Von Theodor Ziegler (Forum Pazifismus, 2. Quartal 2013)

Mit dem "Frieden des Herrn" werden jeden Sonntag die Gottesdienstbesucher in die neue Woche gesendet. Welcher Lebensbereich ist hierbei im Blick? Sicherlich der familiäre, der berufliche, der gesellschaftliche. Hier sind Nächsten- und Feindesliebe, Gewaltfreiheit und Vergebungsbereitschaft wichtige Tugenden für ein gelingendes Miteinander.

Doch wie sieht es mit dem christlichen Friedenszeugnis im Miteinander zwischen den Nationen aus? Hier scheint für die Volkskirchen der bei jeder Taufe zitierte "Missionsbefehl" Jesu, "alles zu halten, was ich euch geboten habe" (Mt 28,20), nicht mehr uneingeschränkt zu gelten. Anders ist es nicht zu erklären, dass zum Beispiel die evangelischen Landeskirchen in ihrer fast 500-jährigen Geschichte noch nie einen Krieg abgelehnt(1) haben, geschweige denn ihre Mitglieder zur Kriegsdienstverweigerung aufgerufen hätten. Seit der Konstantinischen Wende vor ziemlich genau 1.700 Jahren, die zwar die Verfolgung der Christen im römischen Reich beendete, jedoch eine immer stärkere Verbindung von Thron und Altar zur Folge hatte, ist die kirchliche Akzeptanz militärischer Gewalt zur Selbstverständlichkeit geworden.

Christliche Geistliche zogen seit dem Jahr 513 mit den römischen Heeren in den Krieg.(2) Ging es die meiste Zeit um die magische Vorstellung zur Sicherung des Kriegsglücks - selbst das US-Flugzeug mit der Atombombe für Hiroshima wurde mit dem Gebet eines lutherischen Militärpfarrers in den Einsatz verabschiedet(3) -, so sieht die heutige Militärseelsorge in der Bundeswehr ihren Auftrag in der seelsorgerlichen Begleitung der einzelnen Soldaten. Kriegsgegner oder Kriegsdienstverweigerer wurden kirchlicherseits erst nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges ernstgenommen. In der Reformationszeit erlitten pazifistisch(4) eingestellte Christen oft ein schlimmes Schicksal wie Weiland Michel Sattler aus Sulzburg bei Freiburg im Breisgau, der 1527 in Rottenburg am Neckar in Stücke zerrissen und dessen Frau im Neckar ertränkt wurde.(5) Im Zweiten Weltkrieg wurden die wenigen von vorneherein verweigernden christlichen Pazifisten wie Herman Stöhr, Franz Jägerstätter und Max Josef Metzger von ihren Kirchen im Stich gelassen. Auch für die über 21.000 hingerichteten Deserteure(6) gab es so gut wie keine kirchliche Fürsprache. Und noch 1961 schrieb der badische Landesbischof Julius Bender an den um die Beratung von Kriegsdienstverweigerern bemühten Mannheimer Pfarrer Ludwig Simon: "Wer aus seiner politischen Sicht die Kriegsdienstverweigerung als geboten ansieht, soll das [...] tun ohne Inanspruchnahme der Kirche. Wo kommt unser Staat hin, wenn die Kriegsdienstverweigerung zum politischen Kampfmittel wird?"(7)

Ab der Wiederaufrüstung in den 1950er Jahren versuchte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die beiden gegensätzlichen Auffassungen jeweils als sich gegenseitig bedingende komplementäre - christliche Handlungsoptionen zu deuten; salopp ausgedrückt: Friedensdienst mit und ohne Waffen. Allein die Kirchen in der DDR waren etwas mutiger und erklärten 1965 den Dienst der (waffenlosen) Bausoldaten als "ein deutlicheres Zeugnis des gegenwärtigen Friedensgebotes unseres Herrn."(8)

Als nach der Wende 1989 die vielfach erhoffte Abrüstung und Friedensdividende ausblieb, die Bundeswehr dafür ein weltweites Betätigungsfeld erhielt und der deutsche Waffenhandel zur Weltspitze aufrückte, kam neue Bewegung in die evangelische Friedensethik: In ihrer Denkschrift "Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen" aus dem Jahre 2007 erteilte die EKD der Lehre vom Gerechten Krieg die Absage und betonte die Vorrangigkeit der Gewaltfreiheit. Es gelte nun, sich entsprechend der biblischen Aussage, dass Frieden die Frucht von gerechten Verhältnisse sei,(9) um den Gerechten Frieden zu bemühen. Doch dabei scheinen der EKD militärische Mittel (im Klartext: Krieg) als ultima ratio unverzichtbar. Als "Prüfkriterien" gekennzeichnet feiert die Lehre vom Gerechten Krieg wieder fröhliche Urständ im EKD-Konzept des Gerechten Friedens. Dass nur ein solches Ergebnis von der EKD-Kammer für öffentliche Verantwortung gezeitigt werden konnte, erklärt sich durch einen Blick auf deren damalige Zusammensetzung: Von den 21 Mitgliedern waren neun Vertreter/innen derjenigen Bundestagsparteien, die im Zweifel militärische Gewalt bejahen,(10) sowie ein Bundeswehrgeneral, jedoch überhaupt kein/e Vertreter/ in einer christlich-pazifistischen Position.

Eingabe an die Landessynode

Überschrieben mit der damaligen Jahreslosung "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem" (Rö 12,21) richteten der Arbeitskreis Frieden und die Bezirkssynode Breisgau-Hochschwarzwald 2011 eine Eingabe an die badische Landessynode: Dass das Böse nur durch das Tun des Guten überwunden werden könne und eine Seite damit anfangen müsse, seien die Wesensmerkmale christlicher Friedensethik. Und diese habe auch über den Nahbereich hinaus Bedeutung im Zusammenleben der Völker. Insbesondere die Entwicklungen im Afghanistankrieg sowie die deutschen Kriegswaffenexporte forderten eine Kritik an der bisherigen EKD-Position heraus. Solange der Staat tausendmal mehr Geld für die kriegerische Option ausgebe als für den Zivilen Friedensdienst, könne von einer vorrangigen Option für die Gewaltfreiheit nicht die Rede sein. Überdies zeigten die bisherigen historischen und aktuellen Beispiele, dass Gewaltfreiheit nur wirkmächtig werde, wenn sie die einzige Option darstellte.(11) Es sei deshalb eine Form politischer Diakonie, sich für die Entwicklung nichtmilitärischer Konfliktregelungen gerade auch im internationalen Bereich einzusetzen.

Da Gewaltfreiheit im Unterschied zu militärischer Gewalt nicht direktiv verordnet werden könne, sondern vom Engagement vieler Menschen lebe, sei eine breite Diskussion in den Gemeinden und Kirchenbezirken erforderlich.

Positionspapier des Oberkirchenrats

Das Präsidium der badischen Landessynode nahm die Eingabe an und beauftragte den Evang. Oberkirchenrat mit der Erstellung eines Positionsentwurfs(12) für den friedensethischen Diskussionsprozess in der Landeskirche. Der Entwurf wurde im Frühjahr 2012 den Kirchenbezirken zugeleitet und bildete die Basis des bis Ende April 2013 stattgefundenen Diskussionsprozesses. Folgende Kernpunkte daraus seien genannt:

  1. Die meist humanitär begründeten Interventionskriege (Balkan, Irak, Afghanistan, Libyen) zeigten, dass sie die menschenrechtliche Problematik eher verschärfen als dass sie sie zu lösen vermögen. Auch müssten die wirtschafts- und machtpolitischen Eigeninteressen der intervenierenden Staaten hinterfragt werden.

  2. Eine gesamtbiblische Perspektive lasse keine theologische Rechtfertigung von Krieg zu. Das mit der Ebenbildlichkeit Gottes charakterisierte biblische Menschenbild, die prophetische Kriegskritik und als Frucht der Gerechtigkeit entwickelte Friedensvision sowie die von Jesus gelehrte und gelebte aktive Gewaltfreiheit erforderten einen Dritten Weg der Konfliktbearbeitung zwischen Passivität einerseits und Krieg andererseits.

  3. Der "ökumenische Aufruf zum gerechten Frieden" (für die ökumenische Friedenskonvokation 2011 in Kingston/Jamaika) mache klar, dass es nicht ausreiche, Krieg lediglich zu verurteilen. Krieg müsse deshalb ein für alle Mal geächtet werden und dürfe für Christen nicht mehr zu den Handlungsoptionen gehören. Deshalb seien in der Nachfolge Jesu gewaltfreie Methoden die für Christen gebotene und politische vernünftige Handlungsoption zur Verteidigung von Menschenrechten und zur Überwindung von Unrecht und Unterdrückung.

  4. Gleich dem nationalen Ausstiegsgesetz aus der atomaren Energiegewinnung gelte es, ein Szenario zum mittelfristigen Ausstieg aus der militärischen Friedenssicherung zu entwerfen.

  5. Der Kriegswaffenexport solle unverzüglich und ausnahmslos verboten werden.

  6. Die kirchliche Friedensforschung und Friedenspädagogik - vor allem auch in der Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter/innen - sollen personell und institutionell ausgebaut werden.

Der Koordinationskreis

Die Initiatoren der Eingabe gewannen aus dem Kreis der ehemaligen Verfahrensbeistände für Kriegsdienstverweigerer und der Arbeitsstelle Frieden im Evangelischen Oberkirchenrat eine Gruppe von ca. 15 Personen zur Vorbereitung und Referententätigkeit beim vorgesehenen Diskussionsprozess in Bezirken und Gemeinden. Hierzu wurde ein Reader(13) mit der Eingabe und mit Hintergrundtexten zu einer christlich-pazifistischen Positionierung sowie Präsentationsmaterialien erstellt.

Der Diskussionsprozess

23 der 25 Kirchenbezirke gaben nach ein- oder mehrmaligen Beratungen unterschiedlichster Intensität in ihren Bezirkssynoden, Pfarrkonventen bzw. in interessierten Kirchengemeinden rechtzeitig bis Ende April 2013 ein Votum an die Landessynode ab, ein weiterer Kirchenbezirk hat dies für Juni angekündigt. Darüber hinaus äußerten sich 18 kirchliche Verbände, auch die Evang. Gemeindejugend sowie 11 Einzelpersonen. Eine detaillierte Auswertung läuft im Augenblick. Generell wird das erneute friedensethische Nachdenken von allen Beteiligten begrüßt,(14) wenngleich die beiden Knackpunkte (Gewaltfreiheit als einzige Handlungsoption in der Nachfolge Jesu und demzufolge die Forderung nach einem mittelfristigen Ausstiegszenario aus dem Militär) die unterschiedlichsten Reaktionen hervorriefen.

Entscheidungsfindung

Auf einem internen Studientag am 7. Juni 2013 machte sich die Landessynode anhand von verschiedenen Vorträgen (u.a. Prof. Dr. Fernando Enns, mennonitischer Theologe in Hamburg/Amsterdam, pro Positionspapier sowie Pfr. Dirk Rademacher, persönlicher Referent des derzeit in Mali weilenden Militärbischofs Dutzmann, pro EKD-Position 2007) sowie in acht Workshops zu Einzelaspekten ein eigenes Bild. Auch wurden die ersten Ergebnisse der bezirklichen Voten vorgestellt. Auf der Herbstsynode soll dann ein Beschluss über eine mögliche Neuorientierung evangelischer Friedensethik gefasst und gegebenenfalls an die EKD weitergeleitet werden.

Wichtige Einwände

In den von mir miterlebten Diskussionen auf den verschiedenen Ebenen der Landeskirche wurden folgende Kritikpunkte geltend gemacht:

  1. Deutschlands gewachsene Bedeutung in der Welt sowie die Bündnisverpflichtung lasse einen Verzicht auf Militär nicht zu.

  2. Israel könne sich nur mit Hilfe seines Militärs behaupten.

  3. Nazideutschland sei erst durch den Kriegseintritt der USA gestoppt worden.

  4. Man könne doch nicht einfach zusehen, wenn in Syrien oder Mali Menschen abgeschlachtet würden.

  5. Die Bundeswehr sei nichts anderes als eine Polizei im Äußeren.

  6. In der noch nicht erlösten Welt müsse dem Bösen mit militärischen Mitteln Paroli geboten werden.

  7. Schuldig werde man so oder so.

  8. Mit einer pazifistischen Position greife man Gottes kommendem Friedenshandeln vor.

  9. Das Neue Testament sei nicht so eindeutig gegen militärische Gewalt. (Teils unter Berufung auf den Heidelberger Theologen Gerd Theißen)

  10. Viele "Jesus-Worte" seien nach historisch-kritischer Erkenntnis gar nicht von Jesus und deshalb für uns heute nicht bindend.

  11. Die kriegsbejahenden Aussagen des Alten Testamentes könnten nicht "an einem Samstagvormittag" außer Kraft gesetzt werden.

  12. Die Forderung nach Gewaltverzicht in der Bergpredigt gelte nur im persönlichen Bereich - damals in der Auseinandersetzung zwischen christlicher Urgemeinde und jüdischer Synagogengemeinde, nicht jedoch für die Außenpolitik eines Staates.

  13. Was solle man als Pfarrer/in den Soldat/en/innen und Rüstungsmitarbeiter/innen seiner Gemeinde sagen? Diese fühlten sich durch das Positionspapier möglicherweise "exkommuniziert".

  14. Soldat/en/innen dürften bei ihrem schweren Dienst im Auslandseinsatz nicht alleine gelassen werden, sondern brauchten eine Seelsorgerlichen Begleitung.

  15. Die Forderung nach einem mittelfristigen Ausstieg aus der militärischen Friedenssicherung - gleich dem Atomausstieg - sei blauäugig und unrealistisch.

Meine subjektiven Beobachtungen

  1. Die Themenstellung einer biblisch begründeten gewaltfreien Friedensethik ist für viele Christen in den kirchlichen Gremien, auch in der Pfarrerschaft, ziemlich unbekannt und ruft erhebliche Unsicherheit und teilweise Aversionen hervor. Die theologische Ebene wird in der Diskussion sehr schnell gegen die politische oder emotionale Ebene eingetauscht. So spielt die geistliche Umrahmung der Veranstaltungen mit Bibellesungen, -auslegungen, Gebeten und Liedern bei der nachfolgenden Befassung mit dem Positionspapier keine Rolle mehr.

  2. Eine kritische Bewertung von Kosten, Nutzen und Folgen militärischer Einsätze ist ebenso unbekannt wie andererseits die erfolgreichen Erfahrungen gewaltfreier Aufstände.

  3. Auch wenn mitunter eine Sympathie für die bzw. ein Engagement in der Friedensbewegung der 1980er Jahre gegen die Gefahr eines Atomkrieges bekundet wird, hat der Krieg im zerfallenden Jugoslawien bei einigen Menschen zu einem Umdenken geführt.

  4. Manche Militärseelsorger betätigen sich über ihren rein seelsorgerlichen Auftrag hinaus als engagierte Befürworter der Bundeswehr. Begründet wird dies unter anderem mit Verweis auf den im Neuen Testament wegen seines Glaubens gerühmten Hauptmann von Kapernaum und den Christ gewordenen Hauptmann Kornelius.

  5. Kritiker des Positionspapiers müssen gegen den Wortlaut des Evangeliums argumentieren. Deshalb relativieren sie die Bedeutung der biblischen Aussagen zur Gewaltfreiheit mit dem Hinweis auf die soziologischen Unterschiede zwischen der Minderheitenposition der frühen Christenheit und der heutigen gesellschaftlichen und politischen Verantwortung von Christen.

  6. Mehrfach war in Diskussionsverläufen und Beschlussfassungen der Zwiespalt zwischen Ablehnung von Krieg einerseits und Unvorstellbarkeit einer Entmilitarisierung andererseits zu beobachten. Die beim Atomausstieg vorhandene Plausibilität von Einsparmöglichkeiten und regenerativen Alternativen ist im Bereich der Friedens- und Sicherheitspolitik für viele Menschen noch nicht erkennbar. Insbesondere die Forderung, ein mittel- oder langfristiges Szenarium für einen Militärausstieg zu entwickeln, ist für viele undenkbar. (Aber wären Sklaverei, Apartheid, Todesstrafe und Absolutismus je abgeschafft worden, wenn man sich schon gesträubt hätte, dieses Ziel überhaupt zu benennen und Teilschritte zu formulieren? Und gab es nicht auch viele Christen, die sich zur Rechtfertigung dieser unmenschlichen Praktiken auf biblische Texte beriefen?)

  7. Der achtseitige Umfang des Positionspapiers war für manche Leser/innen eine Überforderung. Eine thesenartige Komprimierung mit angehängten Erläuterungen wäre hilfreicher gewesen.

  8. Ebenso erscheint mir angesichts des zur Debatte stehenden friedensethischen Paradigmenwechsels der dafür eingeräumte zeitliche Rahmen vielfach zu knapp gewesen zu sein.

Schlussüberlegungen

Für die Herbstsynode 2013 ergeben sich in der Beschlussfassung über den Entwurf eines friedensethischen Positionspapiers folgende Möglichkeiten:

  • Ablehnung

  • Vertagung und weitere Beratung

  • Annahme

  • Teilweise Annahme der allgemein akzeptierten Forderungen wie:
    - sofortiger Stopp von Rüstungsexporten außerhalb von EU und Nato;
    - gewaltfreie Konfliktlösung, auch im internationalen Bereich, als wichtiger Bestandteil der Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter und der kirchlichen Bildungsarbeit;
    - verstärkter Ausbau des Zivilen Friedensdienstes zu Lasten des Verteidigungshaushaltes;
    - Verstärkung der schon laufenden kirchlichen Bemühungen um den Gerechten Frieden (Gemeindezertifizierung "Grüner Gockel" - auch für Einzelne) und deren stetige Evaluierung und Optimierung

Eine Annahme des Positionspapiers hängt m.E. sehr stark davon ab, ob es dem vorbereitenden Ausschuss gelingt, eine plausible Differenzierung zwischen Fern- und Nahzielen zu "formulieren.

Ob die badischen Synodalen den Mut haben werden, sich im Vertrauen auf die biblische Friedensbotschaft und unabhängig von staatlicher Machtpolitik auf den Weg der Gewaltfreiheit einzulassen? Dies wäre für eine Volkskirche nach 1.700 Jahren konstantinischem Zeitalter erstmalig - gewissermaßen eine historische Weichenstellung. Gerechter Friede ist nur auf dem Weg zur Friedenskirche erreichbar. Friedensfreunde aus der benachbarten württembergischen Landeskirche sprechen bezüglich des eindeutig pazifistischen Positionspapierentwurfes und der erstmalig so breit geführten friedensethischen Diskussion bereits vom "Wunder von Baden". Wir können gespannt sein.

Anmerkungen

Theodor Ziegler ist Religionslehrer in Breisach und Mitinitiator der Eingabe zur Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden.

(1) Luthers Ablehnung des Bauernkrieges ausgenommen

(2) http://de.wiklpedia.org/wiki/Milit%C3%A4rseelsorge_%28Deutschland%29#Geschichte - Zugriff am 8.6.2013 (3) "Allmächtiger Vater, der Du die Gebete jener erhörst, die Dich lieben, wir bitten Dich, denen beizustehen, die sich in die Höhen Deines Himmels wagen und den Kampf bis zu unseren Feinden vortragen. [...] Wir bitten Dich, daß das Ende dieses Krieges nun bald kommt und daß wir wieder einmal Frieden auf Erden haben. Mögen die Männer, die in dieser Nacht den Flug unternehmen, sicher in Deiner Hut sein, und mögen sie unversehrt zu uns zurückkehren. Wir werden im Vertrauen auf Dich weiter unseren Weg gehen; denn wir wissen, daß wir jetzt und für alle Ewigkeit unter Deinem Schutz stehen. Amen." - http://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki - Zugriff am 8.6.2013

(4) Diese moderne Bezeichnung kommt von der lateinischen Version von Mt 5,9 (Beati pacifici - Selig die Friedensstifter)

(5) http://dewikipedia.org/wiki/Michael_Sattler - Zugriff am 8.6.2013 (6) http://www.deserteure-hannover.de/ - Zugriff am 8.6.2013 (7) http://www.konradfischer.de/pdfs/2009_07_23_LS_Endfassung_Nachtraege.pdf,S. 20 - Zugriff am 8.6.2013

(8) Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (2007): Nein zu Krieg und Militär - Ja zu Friedensdiensten, Bremen, S. 360

(9) Gerechter Friede - ein urbiblisches Anliegen: Jes 2 (Gewaltfreie Konfliktlösung/Rüstungskonversion/Kriegsdienstverweigerung); Jes 32 (Friede ist die Frucht der Gerechtigkeit); Ps 85 (Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen.) Spr 14,34 (Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben.)

(10) Wie mir der verteidigungspolitische Sprecher der Linken, MdB Paul Schäfer, am 1.6.2013 am Randes des IPPNW-Kongresses "Zielscheibe Mensch" in Villingen sagte, gab es an seine Partei keine Einladung.

(11) Der erfolgreiche, von der biblisch begründeten Gewaltfreiheit geleitete Bürgeraufstand in der DDR scheint für viele Christen bereits in Vergessenheit geraten zu sein.

(12) http://www.ekibade/download/Friedensethik_Broschuere_A4_Positionspapier%281%29.pdf - Zugriff am 8.6.2015

(13) http://www.ekiba.de/download/Reader_Weg_des_Friedens.PDF - Zugriff am 9.6.2013

(14) Ein Landessynodaler meinte, dass er nach anfänglicher Skepsis in diesem friedensethischen Diskussionsprozess zum ersten Mal in seiner Amtszeit eine substanzielle theologische Thematik erlebe, während sonst Finanz- und Strukturfragen dominierten.

Quelle:
Forum Pazifismus - Zeitschrift für Theorie und Praxis der Gewaltfreiheit, Nr. 38 - II. Quartal 2013, S. 16 – 19

Herausgeber: Internationaler Versöhnungsbund - deutscher Zweig,
DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen)
mit der Bertha-von-Suttner-Stiftung der DFG-VK,
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veröffentlicht im Schattenblick zum 19. September 2013

quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/buerger/fr-gesel/dfber302.html

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