Die FEST in Heidelberg als Thinktank der Bundeswehr?

Die FEST genießt das Vertrauen von beiden Seiten. Sowohl die Bundeswehr als auch die kirchliche Friedensbewegung vertrauen der FEST. Von Seiten der Bundeswehr ist mit diesem Projekt die Abteilung „Militärseelsorge“ beauftragt. Die Militärseelsorge wird zu über 90% von der Bundeswehr bezahlt und organisiert.

(1.) Wer ist die FEST?

Wikipedia: „Die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e. V. in Heidelberg ist eine außeruniversitäre interdisziplinäre Forschungseinrichtung, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland, evangelischen Landeskirchen sowie dem Deutschen Evangelischen Kirchentag und dem Verband der Evangelischen Akademien in Deutschland getragen wird...“ Anmerkung der Redaktion: Die FEST sitzt in einer Villa mit Blick über das Neckartal: Schmeilweg 5, 69118 Heidelberg.

(2.) Das Vertrauen der kirchlichen Friedensbewegung

Die FEST hat das Vertrauen der kirchlichen Friedensbewegung. Die Landessynode hat am 24. Oktober 2013 folgendes beschlossen: ... "5. Die Evangelische Landeskirche in Baden setzt sich für einen Ausbau der kirchlichen Friedensforschung in Kooperation mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) ein, die einen Transfer zwischen Wissenschaft, Kirche, Friedensorganisationen, Gesellschaft und Politik leistet und den interreligiösen Dialog zu den Themen `Religionen und Frieden´ und `Religionen und Konflikte´ vertieft. Der EOK wird gebeten, eine Beauftragung der FEST mit einem Forschungsprojekt im Bereich des `Just Policing´ zu prüfen. Dieses soll klären, ob und wie in zwischenstaatlichen Konflikten militärische Gewalt immer mehr durch polizeiliche Zwangsmaßnahmen ersetzt werden kann." Quelle (download 06.10.2014)

(3.) Das Vertrauen der Bundeswehr

Die FEST hat das Vertrauen der Bundeswehr. Zitat von der Bundeswehr-Website„Mit Sigurd Rink steht seit dem 8. September erstmals ein hauptamtlicher Militärbischof an der Spitze der evangelischen Militärseelsorge. Die Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche ist für ihn eine Herausforderung… In Gesprächen habe er festgestellt, dass – entgegen mancher Erwartungen – Soldaten gerade keine „Kriegstreiber“ seien… Nach außen will er `offensiv im öffentlichen Diskurs tätig sein´. Ein Schwerpunktthema soll die Friedensdenkschrift der EKD aus dem Jahr 2007 sein. In ihr werden die Ursachen, die zu einer Gefährdung des politischen Friedens beitragen, untersucht und Handlungsoptionen [z.B. Kriegseinsätze (Anm.d.Red.)] aufgezeigt. Er sei zwar ein `Fan der Friedensdenkschrift´, aber seit der Entstehung des Dokuments habe sich – mit Blick auf die aktuellen Konflikte und neue Formen der Kriegführung – die friedensethische Debatte stark verändert. Rink plädiert für eine neue wissenschaftliche beziehungsweise theologische Analyse in der Kirche: Unter dem möglichen Arbeitstitel `Die Friedensdenkschrift weiterdenken´ soll gemeinsam mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) ein Projekt an den Start gehen.“  Quelle (download 06.10.2014)

Die FEST spielt beim Dialogprojekt "...dem Frieden der Welt zu dienen.." der evangelischen Akademien in Deutschland eine wichtige Rolle. Die für dieses Projekt von Seiten der FEST zuständige Dozentin ist Dr. Ines-Jacqueline Werkner.

(4.) Ines-Jacqueline Werkner

Als hilfreich für die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der FEST erweist sich, dass PD Dr. Ines-Jacqueline Werkner, die früher im Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr (SOWI / ZMSBw) gearbeitet hat, jetzt als Dozentin bei der FEST in der entsprechenden Abteilung „Frieden und Nachhaltige Entwicklung“ arbeitet.

(5.) Unsere Meinung

Das Militär versucht, die Zustimmung der Kirche zu Auslandseinsätzen zu gewinnen. Für das Kirchenvolk vom Sinn des Militärs und der Krieges zu überzeugen, sucht man schöne Worte und Theorien:

  • Gewalt zur Ermöglichung oder Wiederherstellung der Rechtsordnung
  • just policing
  • Schutzverantwortung / Responsibility to protect / R2P
  • Vernetzte Sicherheit / Vernetzter Ansatz / Comprehensive approach
  • Polizeiaktionen der Vereinten Nationen gegen terroristische Gruppen oder Diktaturen, zur Verhinderung eines Völkermordes
  • Und weiterhin - wie seit Jahrhunderten, und wie in der Friedensdenkschrift - sagt auch die FEST: Wenn gar nichts anderes mehr hilft, wenn alle gewaltfreien Methoden versagen, dann muss die internationale Gemeinschaft eingreifen, zum Beispiel um einen Völkermord zu verhindern.

Die Kirche fährt bisher zweigleisig: Vorrang für gewaltfreie Methoden, aber wenn das nicht hilft, dann auch Militär. Die richtige Lösung wäre aber, alles auf EINE Karte zu setzen, auf die frühzeitige Erkennung und gewaltfrie Bearbeitung von Konflikten.